Wietze steht vor wichtigen Weichenstellungen: für den Schutz unseres Klimas, für soziale Gerechtigkeit, für eine lebendige Demokratie und für eine Gemeinde, die allen Menschen gute Lebensbedingungen bietet – heute und in Zukunft. Bündnis 90/DIE GRÜNEN setzen sich dafür ein, ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Vernunft und sozialen Zusammenhalt konsequent zusammenzudenken. Mit diesem Wahlprogramm zeigen wir, wie wir Wietze gemeinsam nachhaltig, solidarisch und zukunftsfest gestalten wollen – transparent, gerecht und mit den Menschen vor Ort.
Wir setzen uns für den konsequenten Ausbau und die Schließung von Lücken im Fuß- und Radwegenetz ein. Sichere, direkte und durchgängige Verbindungen sind die Grundlage für eine attraktive, klimafreundliche und für alle Generationen nutzbare Mobilität.
In Wietze fordern wir eine fußgängerfreundliche Anpassung der Ampelschaltung an der Kreuzung B214/Hornbosteler Straße. Durch eine automatische Synchronisation der Grünphasen soll sichergestellt werden, dass Fußgänger*innen die B214 gleichzeitig mit rechtsabbiegenden Fahrzeugen queren können. Das verkürzt Wartezeiten und erhöht die Attraktivität des Fuß- und Radverkehrs.
Für Jeversen und Wietze setzen wir uns für ein nächtliches Tempolimit von 30 km/h auf der B214 zwischen 22:00 und 06:00 Uhr ein. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Anwohner*innen wirksam vor Lärm zu schützen. Um bestehende Regeln durchzusetzen, fordern wir permanente Geschwindigkeitskontrollen an besonders sensiblen Stellen.
Ein gut umgesetztes Schulwegekonzept ist Voraussetzung für sichere Wege von Kindern und Jugendlichen. Das bereits erarbeitete Schulwegekonzept muss nun zügig und vollständig umgesetzt werden, damit junge Menschen selbstständig und sicher zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein können.
Der öffentliche Nahverkehr muss gestärkt und besser mit Rad- und Fußverkehr verzahnt werden. Wir setzen uns für verlässliche, abgestimmte Fahrpläne sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden ein.
Zur Ergänzung des Mobiltätsangebotes werden wir Farrad- und Carsharing-Angebote in Gemeinde unterstützen.
Gezielte Infrastrukturmaßnahmen – wie die Sanierung der Ortsdurchfahrt Jeversen und der Dorfstraße in Hornbostel – zeigen, wie Verkehrssicherheit und Lebensqualität verbessert werden können. Diese Linie führen wir fort.
Im Bereich des motorisierten Individualverkehrs ist Elektromobilität derzeit die einzige lokal emissionsfreie Technologie. Deshalb setzen wir uns für einen bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur, insbesondere entlang der B214, ein. Ergänzend fordern wir ein niedrigschwelliges Beratungsangebot zur Elektromobilität mit Informationen zu Förderprogrammen, Lademöglichkeiten und Fahrzeugen.
Vereine und Verbände sind tragende Säulen des gesellschaftlichen Lebens. Gleichzeitig braucht es ergänzend niedrigschwellige Angebote, die auch Menschen ohne Vereinsbindung ansprechen und generationenübergreifende Begegnungen ermöglichen.
Öffentliche Beteiligung fördern
Wir stärken die demokratische Teilhabe aller Generationen. Bürgerdialoge, analoge wie digitale Beteiligungsformate sowie eine barrierearme Wünschebörse sollen Mitsprache erleichtern. Beteiligungsformate für Jugendliche – etwa ein Jugendparlament – wollen wir erproben und perspektivisch verstetigen. Den neu geschaffenen Seniorenbeirat unterstützen wir aktiv.
Sport bezahlbar und für Alle
Das Waldbad Wietze soll dauerhaft erhalten bleiben. Wir setzen uns für bezahlbare Schwimmkurse, regelmäßige Warmbadetage und den Erhalt des überdachten Kleinkindbereichs ein. Sportangebote für Kinder und Jugendliche ohne Leistungsdruck wollen wir gezielt fördern, wobei Freude an Bewegung im Mittelpunkt steht.
Die Förderung der örtlichen Sport‑ und Schützenvereine führen wir fort. Ebenso setzen wir uns für den Neubau der Turnhalle in Wietze ein. Für Bewegung im Freien unterstützen wir die Instandsetzung des Fitnessparcours zwischen Wietze und Wieckenberg und prüfen weitere geeignete Standorte.
Naherholung
Spielplätze sollen vielfältige Spiel‑ und Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Kinder bieten – inklusive ausreichender Sitzgelegenheiten für Begleitpersonen. Wälder und Grünflächen leisten einen wichtigen Beitrag zur Naherholung; deshalb setzen wir uns für Pflege, Sitzmöglichkeiten und Mülleimer ein. Zusätzlich fördern wir naturnahe Flächen mit heimischen Pflanzen.
Orte für Begegnung
Das Familienzentrum Wieckie und das Jugendzentrum JuMi sind zentrale Begegnungsorte für alle Generationen. Wir wollen sie erhalten und weiter stärken. Die aufsuchende Jugendarbeit braucht mehr Mittel und Personal. Auch kleine private Begegnungsorte und der lokale Einzelhandel und Gastronomie tragen zu lebendigen Ortskernen bei und verdienen Unterstützung.
Wir setzen uns für den Erhalt des Familienbüros und seines Angebots ein. Zudem wollen wir sichere Räume für von Diskriminierung betroffene Menschen schaffen. Für neu zugezogene Bürger*innen entwickeln wir Beratungsangebote zur Teilhabe und Orientierung.
Kinderbetreuung und Schule
Die kommunalen Kindergärten sollen in öffentlicher Hand bleiben. Wir setzen uns für ausreichend Kita‑Plätze und möglichst wohnortnahe Betreuung ein. Für die Waldgruppe prüfen wir Maßnahmen zur Ausweitung der Betreuungszeiten. Die Anmeldung für Kitas und Tagespflege soll weitestgehend digitalisiert und vereinfacht werden.
Wir unterstützen die zügige Umsetzung des Sanierungskonzeptes für die Grundschule.
Eine moderne Verwaltung muss erreichbar, transparent und serviceorientiert sein. Wir wollen möglichst viele Verwaltungsleistungen digital anbieten, gleichzeitig aber weiterhin persönliche Beratung im Rathaus ermöglichen.
Wir setzen uns für ein Entbürokratisierungsprogramm ein, das Prozesse für Bürger*innen und Verwaltung vereinfacht. Jede Ratsvorlage soll ihre Auswirkungen auf Bürokratie transparent darstellen. Das Once‑Only‑Prinzip soll sicherstellen, dass Daten nur einmal übermittelt werden müssen – datenschutzkonform und nutzerfreundlich.
Kommunen benötigen eine auskömmliche Finanzausstattung. Aufgaben, die von Bund oder Land übertragen werden, müssen vollständig finanziert sein. Solide Finanzen sind Voraussetzung für kommunale Gestaltungsfähigkeit.
Wir stellen heute die Weichen für ein klimafreundliches, gerechtes und lebenswertes Wietze.
Energieberatung und erneuerbare Energien vor Ort
Wir fordern eine kostenfreie oder kostengünstige Energieberatung für Bürger*innen. Erneuerbare Energien wie Freiflächenphotovoltaik und Windkraft begleiten wir konstruktiv. Informationsangebote, technische Unterstützung und Fördermittelberatung sollen den Einstieg erleichtern.
Mindestens 50 % der Akzeptanzabgaben aus Freiflächenphotovoltaik sollen in den jeweiligen Ortsteilen verbleiben, etwa für energetische Sanierungen öffentlicher Gebäude. So stärken wir regionale Wertschöpfung und senken Energiekosten.
Infrastruktur für Sport, Mobilität und Sicherheit
Wir unterstützen den Neubau einer Turnhalle als Ort für Sport, Kultur und Begegnung. Innerörtliche Straßen sollen bedarfsgerecht saniert werden. Betreiber von Freiflächenphotovoltaik sollen verpflichtet werden, Ladepunkte in Jeversen, Wieckenberg, Hornbostel und möglichst auch im Kernort Wietze zu errichten.
Den Bau neuer Feuerwehrgerätehäuser in Hornbostel und Wieckenberg unterstützen wir ausdrücklich, um Sicherheit und Einsatzfähigkeit zu gewährleisten.
Wirtschaftsförderung im Einklang mit Klima
Großflächige, emissionsintensive Logistikprojekte lehnen wir ab. Stattdessen wollen wir die Ansiedlung kleiner und mittlerer, innovativer Unternehmen fördern, die klimafreundlich wirtschaften, regionale Wertschöpfung schaffen und gute Arbeitsbedingungen bieten.
Finanzielle Transparenz und lokale Wertschöpfung
Nachhaltige Politik braucht transparente Finanzen. Wir setzen uns für eine offene Kommunikation von Kosten und Nutzen ein. So schaffen wir Vertrauen und zeigen, dass ökologische Investitionen wirtschaftlich sinnvoll sind.
Wirtschaft
Wietze steht vor einem Wendepunkt. Um Arbeitsplätze zu sichern und den Wandel zu gestalten, fordern wir schnellere Genehmigungsverfahren und gezielte Förderung klimafreundlicher Geschäftsideen.
Leerstehende Gebäude der DEA sollen nachhaltig umgenutzt werden – etwa für energieeffizienten Wohnraum, Gemeinschafts‑ und Kulturzentren oder flexible Veranstaltungsflächen. Nicht sofort nutzbare Flächen können temporär als Urban‑Gardening‑Flächen dienen. Ein Masterplan mit klaren Zeitachsen und Fördermitteln aus Landes‑ und EU‑Programmen soll diese Entwicklung steuern.