
12.02.26 –
Die Grünen im Stadtrat fordern gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Gruppe für Nachhaltigkeit und Vielfalt im Rahmen eines Nachtragshaushalts 1,5 Millionen Euro für die konkrete Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung. Ziel ist es, frühzeitig Projekte zu starten, um Bürgerinnen und Bürger vor stark steigenden Heizkosten zu schützen und Celle auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung vorzubereiten.
„Bei der Wärmeplanung muss Tempo gemacht werden. Wenn wir jetzt nicht handeln, werden steigende Gaspreise viele Haushalte in wenigen Jahren überfordern. Die Stadt muss hier Verantwortung übernehmen und die Wärmewende aktiv und vor allem schnell anschieben", erklärt Gruppensprecherin Johanna Thomsen.
Gleichzeitig betont die Gruppe, dass der Umbau der Wärmeversorgung nicht zur sozialen Belastungsprobe werden darf. Anlass ist der vorliegende Wärmeplan, der einen tiefgreifenden Umbau der Wärmeversorgung bis 2040 vorsieht. „Der Plan zeigt deutlich: Viele Gebäude in Celle sind alt und energetisch schlecht. Gleichzeitig sollen künftig vor allem Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Das ist gut fürs Klima, aber teuer für viele Haushalte", sagt Stephan Ohl. Besonders betroffen seien Eigentümerinnen älterer Häuser sowie Mieterinnen und Mieter, die steigende Modernisierungskosten fürchten müssten. „Klimaschutz darf nicht vom Kontostand abhängen", so Ohl weiter. Er fordert deshalb einen kommunalen Härtefallfonds, zusätzliche Zuschüsse sowie eine kostenlose Energieberatung direkt in den Quartieren.
Mit den beantragten Haushaltsmitteln sollen unter anderem mindestens zwei Pilot-Quartiere für klimaneutrale Wärmeversorgung entwickelt, Machbarkeitsstudien für Wärmenetze und erneuerbare Wärmequellen erstellt, ein kommunales Unterstützungsprogramm für Bürger:innen beim Heizungsumstieg aufgelegt sowie eine zentrale Koordinationsstelle Wärmewende eingerichtet werden.
Thomsen verweist zudem auf die langfristigen Chancen einer strategischen Infrastrukturplanung. "Der schnelle Aufbau von Wärmenetzen kann eine stabile und klimafreundliche Versorgung ganzer Stadtteile ermöglichen. Wichtig ist dabei, dass diese Netze in öffentlicher oder genossenschaftlicher Hand bleiben, damit die Wärmeversorgung als Teil der Daseinsvorsorge bezahlbar und demokratisch kontrollierbar bleibt."
"Die Wärmewende in Celle kann nur gelingen, wenn sie entschlossen angegangen und sozial gerecht gestaltet wird, mit öffentlicher Kontrolle über Infrastruktur, wirksamem Schutz vor Überforderung und gezielter Unterstützung für Menschen mit wenig Einkommen", so Ohl und Thomsen abschließend.
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