Digitalisierung öffnet Handlungsfenster

Mit dem Beschluss, die Digitalisierung der Arbeitswelt gestalten haben wir Grüne in Niedersachsen einen Anfang gemacht: Wir setzen uns derzeit intensiv mit den Bereichen Arbeit und Lernen auseinander und wie diese in Niedersachsen in Zukunft gestaltet werden können. Dafür wollen wir Digitalisierung für uns nutzen, statt einfach abzuwarten, was der Prozess mit uns macht.

04.07.18 – von Grüne Niedersachen –

Digitalisierung ist die Chance, um breit über neue Rahmenbedingungen für unsere Gesellschaft zu reden!

Digitalisierung ist ein sehr weites Feld. So abgenutzt diese Redewendung ist: Wer sich mit dem Thema auseinandersetzt, wird schnell feststellen, dass es die eine wahre Definition von Digitalisierung nicht gibt. Stattdessen gibt es eine ganze Menge Spekulationen über Zukunftsszenarien, Studien, Meinungen und Forderungen, die alle in sich durchaus schlüssig sind, aber sich teilweise komplett widersprechen. Innerhalb dieses diskursiven Dschungels lassen sich aber einige Annahmen bzw. Schlussfolgerungen ausmachen, die uns helfen, uns nicht in oberflächlichen Diskussionen zu verheddern. Sie sollten wir uns zu Herzen nehmen, damit Digitalisierung für die Gesellschaft ein Erfolgsprojekt wird.

Digitalisierung ist ein Prozess!

In der Literatur wird Digitalisierung häufig mit der Industrialisierung und Globalisierung verglichen. Dadurch wird deutlich, dass die Frage „Wollen wir das?“ keine Relevanz mehr hat. Jetzt, wo man den Prozess erkannt hat, kann man ihn in die Hand nehmen. Und gegebenenfalls aus Fehlern, die man bei der Globalisierung zum Beispiel gemacht hat, lernen. Digitalisierung findet statt. Aufgabe der Politik sollte es also nicht sein, Digitalisierung zu bewerten und sich darüber zu streiten, welches mögliche Zukunftsszenario denn nun das wahrscheinlichste ist. Aufgabe der Politik sollte sein, ordnungspolitische Rahmenbedingungen zu schaffen (national wie international), die in jedem möglichen Zukunftsszenario ein gleichberechtigtes Leben aller ermöglichen, die Rechte einer/eines jeden Einzelnen schützen und dafür sorgen, dass eine Existenzsicherung für alle möglich ist.

Digitalisierung ist mehr Mensch als Maschine!

Unbestritten: Digitalisierung wird angetrieben durch technische Veränderungen wie Maschinen, Algorithmen oder Roboter. Die Auswirkungen der Digitalisierung betreffen aber die Gesellschaft. Oder in anderen Worten: Menschen. Dadurch erlangt eine Frage oberste Priorität: In was für einer Gesellschaft möchten wir leben? So schwer diese Frage zu beantworten scheint, nur wenn wir eine Antwort darauf haben, können wir Rahmenbedingungen schaffen, die dafür sorgen, dass Digitalisierung unser Zusammenleben besser macht.

Digitalisierung ist, was wir draus machen!

Fast schon Standard ist die Diskussion um Chancen und Risiken der Digitalisierung. Dann wird darüber geredet, wie Roboter die Pflegearbeit unterstützen können, aber vielleicht Arbeitsplätze kosten; darüber, wie Kindern die Welt in ihrem Tablet offen steht, sie diese aber nicht mehr erkennen, weil sie nur noch wischen können; darüber wie Algorithmen Prozesse beschleunigen und weniger fehleranfälliger machen, gleichzeitig aber auch Basis des gläsernen Menschen sind. Doch die größte Chance bleibt häufig unausgesprochen: Digitalisierung öffnet ein Handlungsfenster, um breit über neue Rahmenbedingungen für unsere Gesellschaft zu reden. Denn Digitalisierung verändert schon jetzt merklich unsere bestehenden Systeme: allen voran Arbeit, aber auch Verkehr, Energieerzeugung und auch Kultur. So kann sich niemand dieser Debatte entziehen, denn jede*r ist betroffen. Jede*r ist eingeladen, sich in diese Debatte einzumischen. Diese Chance sollten wir nutzen.

Für uns steht fest: Digitalisierung ist mehr als Kabel verlegen. 

 

 

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