„NEIN“ zu Geflügelgroßschlachterei in Wietze!
Dies ist nach sorgfältiger Prüfung aller wichtigen Gesichtspunkte meine Entscheidung bei den ersten Abstimmungen im Verwaltungsausschuss und im Gemeinderat zur geplanten Ansiedlung einer Geflügelgroßschlachterei in Wietze.
- Der Bau einer Hähnchengroßschlachtanlage in Wietze ist die entscheidende Voraussetzung für eine geplante Verlagerung von Teilen der Hähnchenmast-Produktion aus dem Emsland in die Region Landkreis Celle.
Um die Schlachtkapazität allein der geplanten Wietzer Schlachterei auszulasten bedarf es der Jahresproduktion von ca. 150 Hähnchenmast-Anlagen. (Stallgröße: 40.000 Tiere, Mastzeit: 42 Tage)
Dass versucht werden wird, diese Maststall-Anlagen in möglichst großer Zahl im Nahbereich der Schlachterei anzusiedeln, liegt angesichts der sich daraus ergebenden logistischen Vorteile auf der Hand. Spürbare Belastungen in Wietze durch zunehmenden LKW-Verkehr werden die Folge sein.
- Die finanziellen Vorbelastungen, die der Gemeinde durch die notwendigen Planungsarbeiten und die Erschließung des Geländes entstehen, gelten für mich, zumindest in großen Teilen, als unkalkulierbares Risiko.
Die Vorlagen der Verwaltung, die den Ratsmitgliedern hierzu als Entscheidungs-hilfe zur Verfügung gestellt wurden, gehen von hohen Zuschussleistungen aus Steuermitteln aus. Sie sollen die finanziellen Belastungen der Gemeinde auf ein zumutbares Maß reduzieren.
Dies alles sind bis zum jetzigen Augenblick (mit einer Ausnahme) mündliche Absprachen oder Zusagen, die nicht als rechtsverbindliche Vereinbarungen angesehen werden können.
- Alle Fragen nach dem möglichen Gewerbesteueraufkommen für die Gemeinde aus diesem Industrieansiedlungsprojekt sind bisher unbeantwortet geblieben. „Darüber muss noch verhandelt werden,“ lautet die ausweichende Antwort der Befragten.
- Die Zahl neugeschaffener Arbeitsplätze für Wietze spielt in der Argumentation der Befürworter eine wichtige Rolle. Leider werden diese Zahlen auch zur Stimmungsmache in der Öffentlichkeit benutzt. Im ersten Pressebericht der CZ und in den Informationen des Bürgermeisters gegenüber dem VA war von 1.000 neuen Arbeitsplätzen die Rede. Inzwischen ist man bei Zahlen von 250 bis 500 angekommen. Trotz dieser inzwischen erfolgten Korrektur taucht die Zahl 1.000 Arbeitsplätze immer noch in der Berichterstattung der CZ auf.
- Welche nachteiligen Beeinträchtigungen sich aus der Konzentration der Massentierhaltung in einer Region für die Umwelt ergeben können, ist für eine breite Öffentlichkeit am Beispiel Emsland ohne größere Schwierigkeiten nachvollziehbar. Diese ökologischen Probleme sind also bekannt: Industrielle Tierhaltung auf Kosten der Gesundheit von Wasser, Luft und Boden. Emissionen durch Lärm, Feinstaub, Gase und Gerüche.
- Ich möchte mit meinen Entscheidungen nicht mit dazu beitragen, dass hier im Landkreis Celle innerhalb weniger Jahre emsländische Verhältnisse, im Bezug auf die Massentierhaltung, entstehen!
- Ich habe für mich die finanziellen Risiken der Gemeinde und die zu erwartenden ökologischen Beeinträchtigungen für Luft, Land und Wasser in der Region aus diesem geplanten Industrieansiedlungsprojekt und den Folgeerscheinungen der Massentierhaltung gegen zu erwartende Vorteile abgewogen und mich deshalb, aus den beschriebenen Gründen, gegen eine Zustimmung zu diesem Projekt entschieden!
Claus Friedrich Schrader
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